Dienstag, 4. August 2009
Bilder und Videos zur elektronischen Bibel
Hier gibt es weitere Bilder der elektronischen Bibel (externe Links):


Vorderseite der E-Bibel Nr. 1

E-Bibel Nr. 1 - Vorderseite


Rückseite der E-Bibel Nr. 1

E-Bibel Nr. 1 - Rueckseite


E-Bibel Nr. 4 in der Johanneskirche Saarbrücken

E-Bibel Nr. 4 in der Johanneskirche



E-Bibel Nr. 4 in der Johanneskirche Saarbrücken

e-bibel nr. 4 in der johanneskirche



Hier
geht's zu einem Filmbeitrag des saarländischen Rundfunks zur "obn"-Veranstaltungsreihe in der Johanneskirche, in der u.A. Alfred Bickelmann zur elektronischen Bibel interviewt wird.

Screenshot SR-Interview

(Videoformat: DivX/AVI, evtl. wird eine Player-Software. z.B. VLC benötigt)

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Sonntag, 9. November 2008
Von oben (Teil 1)
nuit, exterieur

Ich starb plötzlich und unvorhergesehen. Manche Leute würden das ein Glück im Unglück nennen.

Auf dem Heimweg hatte ich ein paar Bier getrunken und mich an der Kreuzung nicht richtig umgeschaut. Der Fahrer eines voll beladenen Paketlasters hatte zu spät gebremst und der Wagen hatte mich mitsamt meinem Fahrrad überrollt. Meine Wirbelsäule war durch den Aufprall in Höhe der Schultern gebrochen, so daß ich den größten Teil meines Körpers nicht spürte und keine all zu schlimmmen Schmerzen erleiden mußte.

Das Letzte, was ich durch meine Augen sah, war das Gesicht des LKW-Fahrers, der neben mir kniete und "Nein, nein, oh nein" stammelte.

Die ersten paar Stunden danach waren ein wenig, sagen wir mal, unangenehm. Mein Körper hing im Krankenhaus an allen möglichen Geräten, die ihn noch ein wenig am Leben hielten. Meine Familie war noch nicht so weit, einzusehen, da ß es angesichts der Null-Linie auf dem EEG sinnlos war, ihn nicht einfach sterben zu lassen. Und das arme, zerbrochene Ding, das mich so lange treu und brav durch die Welt getragen hatte, rief nach mir.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie gingen in einer schlaflosen Sommernacht durch unbekannte Straßen spazieren und hörten irgendwo durch ein geöffnetes Fenster ein Kind weinen. Sie wissen, da ß Sie nichts tun können, um dem Kind zu helfen, aber trotzdem stehen Sie eine lange Zeit da auf der Straße, unf ähig, einfach die Schultern zu zucken und weiter zu gehen. So ähnlich war das mit meinem Körper und mir.

Ich sage "so ähnlich", denn in Wirklichkeit empfindet man natürlich anders, wenn man tot ist. Es ist schwer zu erklären, denn zwischen den Lebenden und den Toten verhält es sich ein bißchen so wie zwischen Kindern und Erwachsenen. Die Kinder verstehen die Erwachsenen nicht und das ist auch völlig klar und einleuchtend, denn sie waren ja noch nie erwachsen. Oft genug aber verstehen die Erwachsenen die Kinder ebenso wenig, obwohl sie sich ja eigentlich nur ein wenig Mühe geben müßten, sich zu erinnern.

Und wie ein Erwachsener versuchen kann, sich so auszudrücken, da ß ein Kind ihn verstehen kann, w ähle ich meine Worte bewußt so, da ß Sie sie verstehen können. Das geht natürlich nicht, ohne daß ich einige Vergleiche und Vereinfachungen benutze. Erwarten Sie also bitte nicht, daß ich Ihnen jetzt erkläre, wie das ist mit Gott und dem Jenseits. Sie würden es nicht verstehen, es sei denn ich erzählte Ihnen die Kinderversion. Aber die können Sie genau so gut in verschiedenen alten Büchern nachlesen.

Behalten sie das einfach im Hinterkopf, wenn Sie mir zuhören: Von oben betrachtet sehen die Dinge oft ganz anders aus.

Es dauerte zwei Tage, bis meine Familie den Mut faßte, die Maschinen abschalten zu lassen. Manchmal saß ich bei ihnen, aber ich versuchte, das auf ein Minimum zu beschränken. Es ist nämlich so, da ß die Lebenden unsere Anwesenheit durchaus spüren können, aber dieses Gespür tut ihnen nichts Gutes. Denn in diesen Augenblicken wird ihnen besonders eindringlich klar, da ß sie uns nicht mehr sehen, h ören und fühlen können und der Schmerz, den sie empfinden, ist dann besonders schlimm.

Das ist eine der ersten Sachen, die man lernt, wenn man tot ist. Es ist nicht leicht, das zu akzeptieren, aber für die Lebenden ist es schließlich auch nicht einfacher.

Das war auch der Grund, warum ich mich bei meiner Beerdigung im Hintergrund hielt. Zu Lebzeiten mochte ich diese Zeremonien nie und war meistens widerwillig und mit einem komischen Gefühl hingegangen. Jetzt wußte ich, da ß ich mit meiner damaligen Vermutung recht gehabt hatte: Beerdigungen sind für die Lebenden da, um einen Abschluß zu setzen und eine Trennung zu vollziehen. Den Toten ist es ziemlich egal, was mit ihrem Körper geschieht.

Trotzdem war ich ein wenig verärgert, denn meine Familie hatte mein Testament in einem Punkt ignoriert und hatte anstatt des Urnenbegräbisses tatsächlich eine Bestattung mit so einem riesigen Holzkasten organisiert.

In der Entfernung sah ich die Gestalt eines Menschen, der die Szene aus noch größerer Entfernung betrachtete: Es war der Fahrer des Lastwagens.

Er hatte schon eine Weile dort gestanden, den Schirm seiner Mütze tief ins Gesicht gezogen und der Ansammmlung schniefender Menschen in dunklen Kleidern zugesehen. Nun wandte er sich ab und ging in Richtung des Ausgangs. Ich weiß nicht genau, was mich neugierig gemacht hatte, aber ich folgte ihm in einigem Abstand.

Als er das Friedhofstor erreichte, zog er eine Schachtel Zigaretten und Streichhölzer aus der Jackentasche, fummelte zuerst ungeschickt an der Zellophanverpackung herum und zog dann eine Zigarette aus der Schachtel. Mit dem dritten Streichholz gelang es ihm, die Zigarette anzuzünden und er nahm einen Zug. Er hustete, sah das weiße Stäbchen an und warf es dann fort, nachdem er ein paar Augenblicke reglos da gestanden hatte.

Ich folgte ihm weiter, zur Bushaltestelle und weiter, bis er zu seiner Wohnung zurückgekehrt war. Es gelang mir, mich hinter ihm durch die offene Wohnungstür zu drängen.

Eigentlich war das natürlich nicht notwendig, aber irgendwie finde ich es immer noch merkwürdig und nicht besonders angenehm, durch Wände und Türen so einfach hindurch zu gehen, wie es mir jetzt nun einmal möglich ist. Nennen Sie es die Macht der Gewohnheit. Manchmal passiert es natürlich trotzdem, aus reiner Unachtsamkeit. Aber es ist ein komisches Gefühl, ganz besonders, wenn man es versäumt, einem Menschen rechtzeitig auszuweichen. Vor allem sehr junge oder sehr alte Leute verharren dann plötzlich in dem, was sie gerade tun und sehen sich verwirrt um, als hätten sie diese fremde Gegenwart auf irgendeine Art und Weise gespürt.

Sei es wie es sei, ich stand nun in der Küche des Lastwagenfahrers und sah ihm zu, wie er eine Flasche Milch aus dem Kühlschrank holte, einen kleinen Topf daraus füllte und diesen auf den Herd stellte. Der Mann und setzte sich an den Küchentisch. Auf dem Tisch lag eine Plastiktüte mit verschiedenen Schachteln darin, eine kleine Digitalkamera und ein paar geöffnete Briefe. Daneben stand eine altmodische hölzerne Kaffeemühle, die mit einer Handkurbel betrieben wurde.

Ich hatte es mir inzwischen rittlings auf dem Kühlschrank bequem gemacht und reckte den Hals, um einen Blick auf die Briefe zu werfen. "Spedition und Logistik" stand im Briefkopf des einen und "Polizeidirekton Südwest" auf einem anderen.

Der Mann wühlte nun in der Plastiktüte, bis er eine Schachtel mit einem kleinen Glasfläschchen gefunden hatte und trank ein paar Tropfen davon, indem er den Schraubverschluß der Flasche als Trinkbecher benutzte. "Vomex" stand auf dem Etikett und "bei Reiseübelkeit und Erbrechen". Ich ruckelte unruhig auf meinem Hochsitz hin und her, während ich ihm zusah.

Er nahm die Kamera in die Hand, schaltete sie ein und begann, eine Reihe von Fotos durchzublättern. Es waren eigentlich ganz normale Fotos, wie man sie eben auf den Kameras der meisten Leute findet, aber irgendetwas beunruhigte mich trotzdem. Die Bilder zeigten ihn selbst, vielleicht etwas jünger, in dem Wägelchen einer Achterbahn, in einem Strandkorb vor dem Hintergrund einer Dünenlandschaft und in einem Garten neben einem Grill, unter dem ein Holzfeuer flackerte. Auf manchen der Bilder war auch eine Frau mit blonden Zöpfen und ein kleiner Junge mit einem Spielzeugbagger zu sehen.

Auf dem Herd begann die Milch zu brodeln und der LKW-Fahrer legte die Kamera beiseite, drehte sich auf seinem Stuhl um und schaltete die Kochplatte aus. Dann holte er eine Schachtel nach der anderen aus der Plastiktüte und schüttelte mehrere silbrige Folienverpackungen heraus. Geduldig drückte er die enthaltenen Tabletten aus der Folie und häufte sie vor sich auf der Tischplatte an. Schließlich lagen die Tabletten wie ein Häufchen Kaffeebohnen vor ihm und er begann, die Kaffeemühle damit zu füllen. Langsam drehte er die Kurbel, bis das Krachen und Knistern nachließ.

Der Mann stand nun auf, füllte am Herd einen Becher aus Steingut mit Milch und gab ein paar Löffel Zucker dazu. Er kehrte zum Tisch zurück, zog die kleine Schublade aus dem unteren Teil der Kaffeemühle und schüttete das bitter riechende weiße Pulver ebenfalls in den Becher und begann, das Gebräu umzurühren.

Dann legte er den Löffel beiseite und starrte den Becher an. Seine Hand tastete zögernd nach der Kamera, verharrte dann zögernd, die Fingerspitzen nur ein paar Millimeter von dem kleinen schwarzen Kasten entfernt.

Als er nach dem Becher griff, sprang ich von meinem Sitzplatz auf dem Kühlschrank herunter, griff über seine Schulter und stieß das Gefäß über den Tischrand, so daß es mit einem trockenen Knacken auf dem Küchenboden zerbrach.

Der LKW-Fahrer erstarrte. "War ja klar", murmelte er dann. Eine ganze Weile saß er da und starrte die Pfützeaus giftigem Gebräu und Steingutsplittern an. Schließlich holte ein Tuch vom Spülbecken und machte sich daran, den Fleck vom Boden aufzuwischen. Dabei kicherte er immer wieder merkwürdig vor sich hin, fing dann an, zu lachen. Das Lachen wurde immer lauter, bis schließlich Tränen seine Wangen herunter liefen.

Sie sind erstaunt, daß so etwas möglich ist? Nun ja, woher sollten sie es denn auch wissen.

Also ja, so etwas ist möglich, auch wenn es nicht all zu oft passiert. Das liegt größtenteils daran, da ß es nicht gerade angenehm ist, in die Welt der Lebenden hinüber zu greifen. Stellen Sie es sich einfach vor wie die sprichwörtliche Kartoffel, die es aus dem Feuer zu holen gilt. An und für sich ist das kein Problem, wenn man nur fest entschlossen und schnell genug ist, aber Spaß macht es trotzdem nicht.

Und nein, nur weil ich tot bin, bin ich noch lange kein Schutzengel. Meine Motive, wenn wir es mal so nennen wollen, waren eigentlich ziemlich eigennütziger Art. Es ist nämlich so eine Sache mit denen, die sich selbst das Leben genommen haben.

Ich meine nicht die wenigen, die es aus dem Wissen tun, da ß ihr Körper an einer unheilbaren Krankheit leidet, nein, ich meine alle die Jammergestalten, die versuchen, sich vor irgendeiner Konsequenz oder Erkenntnis drücken wollen, die aus dem entsteht, was sie in ihrem Leben getan haben. Noch schlimmer sind eigentlich nur die, die sich umgebracht haben, weil sie irgend jemand anderen auf eine ziemlich perverse Art dadurch bestrafen wollten.

Sie alle finden zu ihrem Verdruß heraus, daß wir alle mehr aus unserem Leben mit hinüber nehmen, als ihnen lieb ist. Es sind, gelinde gesagt, meistens ziemlich mürrische und unerfreuliche Zeitgenossen und die Tatsache, da ß unsere Zeit die Ewigkeit ist, macht es auch nicht besser.

Kurz gesagt, ich hatte einfach keine Lust, dem armen Kerl irgendwann erklären zu müssen, daß er sein Leben eigentlich deshalb weggeworfen hatte, weil irgendein anderer Dummkopf sich unbedingt halb betrunken auf sein Fahrrad schwingen mußte.

(...)

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Auto-Archäologie
CCC-Fetzen 1990

Eigentlich war ja seit Jahren oder Jahrzehnten für die Dauer der aktuellen Inkarnation kein Umzug mehr geplant. Nun aber doch.

Beim Ausräumen der alten Kellerkisten muß ich mich andauernd zusammenreißen, um nicht knietief in der eigenen Historie zu versinken. Aber das hier fiel mir aus einem Stapel geballter Vergangenheit (oder war es nur ein Ballen gestapelter Vergangenheit?) buchstäblich vor die Füsse.

Und machte mich doch lächeln:

Der Congress, auf dem ich meinen eigenen 30sten Geburtstag verpasste. Irgendwer hat mich nen Tag später dran erinnert.

P.S.: Und boah, Haare aufm Kopf ;-)

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Donnerstag, 11. September 2008
RAZR V3 custom display
RAZR V3 custom display

RAZR V3, Modifikation des Aussendisplays

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Personal Blinkenlight 3
Personal Blinkenlight 3

Personal Blinkenlight 3

Stahlgehäuse, Luxeon Royal blue LED, Lithium-Batterie CR2032

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